Lagerkennziffern im Einkauf

Lagerkennziffern sind nicht nur ein wichtiger Bestandteil der Logistik. Auch der Einkauf kommt um sie nicht herum. Denn Logistik kommt von Logik. Schon die alten Griechen wussten, dass der Material- und Informationsfluss logisch geplant, durchgeführt und kontrolliert werden muss. Die Wurzel des Begriffs Logistik liegt in dem altgriechischen Wort „Logistikē“ und bedeutet nichts Anderes als praktische Rechenkunst. Wer Material zu lagern und zu bewegen hat, muss in der Tat auch viel rechnen.

Richtig berechnet sind Lagerkennziffern nicht nur eine solide Basis, um die richtigen logistischen Entscheidungen zu treffen; sie eignen sich auch hervorragend, um als Zielvorgabe die eigene Lagerwirtschaft zu verbessern (z. B. „Lagerkosten um 10 % senken!“). Denn je geringer die Lagerhaltungskosten sind, umso rentabler ist die Materialwirtschaft. Deshalb gehören Lagerkennziffern unbedingt in Ihr Einkaufscontrolling.

Im Lager lässt sich für den Einkauf viel einsparen!

Ein Lager bietet fast immer Potential, um Einsparungen vorzunehmen, denn Lagern kostet nun mal Geld und diesen Geldanteil sollten Sie so gering wie möglich halten, wenn man nicht sogar die Möglichkeit hat, das Lager größtenteils aus dem Unternehmen auszugliedern, um hier weitere Einsparpotenziale zu realisieren.

Mit Lagerkennziffern auf Nummer sicher gehen!

Um zu diesen geringstmöglichen Kosten zu kommen (ohne die Versorgungssicherheit der eigenen Produktion zu gefährden), haben sich seit Jahr und Tag die sogenannten Lagerkennziffern bewährt (oft auch als Lagerkennzahlen bezeichnet). Mit ihnen und besagten Rechenkünsten können Sie relativ einfach die Wirtschaftlichkeit Ihrer Lagerhaltung überprüfen und im Bedarfsfall verbessern, um

Zu den 3 wichtigsten Lagerkennziffern für Sie als Einkäufer gehören:

  1. Der durchschnittliche Lagerbestand
  2. Die Lagerumschlagshäufigkeit
  3. Die durchschnittliche Lagerdauer

Lagerkennziffern sind zwar keine DIN-Normen und schwanken deshalb in Verständnis und Anwendung, allgemein anerkannt sind aber die Begriffe Anfangsbestand zu Beginn des Jahres (AB), Endbestand am Ende des Jahres (EB), Endbestand am Ende eines Monats (Monatsendbestände), Endbestand am Ende eines Vierteljahres (Quartalsendbestände) und Endbestand am Ende eines Halbjahres (Halbjahresendbestände).

Beachten Sie: „Höchstbestand“ bezeichnet in der Regel nicht das Überquellen eines Lagers, sondern ist ein Indikator für nicht ausreichende Lagerkapazitäten oder Lagerkosten, die besonders hoch sind, oder Waren, die schnell verderben – mit anderen Worten: Bestände, die höchstens, also maximal, auf Lager liegen dürfen.

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Berechnung des durchschnittlichen Lagerbestands

Mit folgender Berechnungsformel geben Sie die durchschnittliche Mengengröße der gelagerten Waren des vergangenen Jahres an. Es wird also gemessen wie hoch Ihr Lagerbestand während eines bestimmten Jahres durchschnittlich war.

Formel zur Berechnung des Durchschnittlichen Lagerbestands

Die Eckpunkte der Berechnung sind also der Bestand zum Anfang eines Jahres (Anfangsbestand) und der Bestand zum Jahresende (Endbestand). Für eine genaue Berechnung empfiehlt es sich, mehrere Bestandswerte zu nutzen, wie z. B. Jahres-, Quartals- oder Monatsinventur.

Beachten Sie: Im Allgemeinen werden mit „Lagerbestand“ die tatsächlich von einem Artikel eingelagerten Mengen bezeichnet. Im Unterschied dazu gibt der „dispositive Lagerbestand“ eine virtuelle Menge an, die sich aus bereits geplanten Artikelabgängen (z. B. an die Produktion) und bevorstehenden Zugängen von Lieferanten errechnet.

Die folgende, weniger genaue Formel, gibt Ihnen den Lagerbestand zum Bilanzstichtag an. Das ist sinnvoll, wenn Ihnen nur die Bilanz des Unternehmens bekannt ist. Hier wird der durchschnittliche Lagerbestand nicht auf ein Jahr bezogen, sondern auf einen bestimmten Tag:

Formel zur Ermittlung des Durchschnittlichen Lagerbestands zum Stichtag

Weitere interessante Kennzahlen für Sie als Einkäufer sind der Mindestbestand, der Meldebestand und der Maximalbestand.

Mindestbestand

In der Lagerverwaltung weit verbreitet ist der Begriff Sicherheitsbestand, manchmal sogar noch (veraltet) eiserner Bestand oder Reserve. In jedem Fall benennt der Mindestbestand die Lagermenge, die nicht unterschritten werden darf, um Produktion und Auslieferungen auch in Notfällen aufrechtzuerhalten. Die Höhe des Mindestbestands ist je nach Material, Branche oder Produktportfolio unterschiedlich.

Meldebestand

Erreicht der Abfluss von Materialien aus den Beständen einen bestimmten Grenzwert (den fälligen Bedarfszeitpunkt), löst die Disposition eine Meldung an den Einkauf aus, per Bestellung das oder die Lager wieder aufzufüllen. Das ist heute ein durch Softwareprogramme meist automatisierter Vorgang. Der Meldebestand berechnet sich so:

Formel für den Meldebestand

Maximalbestand

Verbreitet auch Höchstbestand genannt. Wie das Wort schon sagt, kennzeichnet der Maximalbestand die Materialmenge, die höchstens im Lager vorhanden sein darf, damit Kosten und Kapitalbindung nicht unverhältnismäßig steigen. Der Maximalbestand berechnet sich so:

Maximalbestand = optimale Bestellmenge + Mindestbestand

Beachten Sie: Die optimale Bestellmenge geht auch in den optimalen Bestand ein – eine weitere Kategorie, um einen reibungslosen Betriebsablauf bei geringen Lagerkosten zu realisieren.

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Weitere Berechnungsformeln für den durchschnittlichen Lagerbestand

Für eine Jahres,- Quartals-, oder Monatsinventur können Ihnen folgende Formeln dienlich sein:

Formeln zur Berechnung verschiedener Lagerbestände im Durchschnitt

Lagerumschlagshäufigkeit

In erster Linie ist die Lagerumschlagshäufigkeit eine wichtige Lagerkennziffer für den Handel, um Gewinn oder Verlust von Waren oder Warengruppen zu ermitteln. Doch auch Industrieunternehmen und ihrer Materialwirtschaft leistet sie gute Dienste.

Per definitionem gibt sie an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand eines Artikels in einer festgelegten Periode komplett entnommen und wieder ersetzt worden ist. Dabei kann es sich sowohl um Rohstoffe oder Fertigwaren handeln, die im eigenen Betrieb weiterverarbeitet werden, wie auch um Endprodukte, die in den Verkauf kommen.

Berechnungsformeln für Lagerumschlagshäufigkeit

Formeln zur Ermittlung der Lagerumschlagshäufigkeit

 

Im Lager gebundenes Kapital kostet Sie Geld. Sie sollten daher die Lagerdauer so gering wie möglich bestimmen. Mit folgenden Formeln können Sie einfach die durchschnittliche Lagerdauer Ihrer Waren bestimmen:

Berechnungsformeln für durchschnittliche Lagerdauer

Berechnung der durchschnittlichen Lagerdauer in verschiedenen Perioden

 

Wegen ihrer Differenzierungsmöglichkeiten nach Sorten, Artikeln, Artikelgruppen, Warenarten und Abteilungen (z. B. Filialen) sind diese Lagerkennziffern ein wichtiges strategisches Managementtool innerhalb Ihres Einkaufscontrollings. Unter anderem eignen sie sich hervorragend für interne Betriebsvergleiche (z. B. Vergleich der Kosten- und der Umsatzgrößen).