Bei Schwarzarbeit verjähren Rentenversicherungsansprüche erst nach 30 Jahren

Nach geltendem Recht können (z. B. im Rahmen einer Betriebsprüfung) vom Unternehmen noch geschuldete Sozialabgaben lediglich für vier Jahre rückwirkend nachgefordert werden.

Der Informationsdienst EinkaufsManager berichtet über einen Fall, in dem das Sozialgericht Dortmund ganz anders entschied.

Der Fall: Ein Spediteur hatte Aushilfskräfte gemeldet. Wegen geringfügiger Beschäftigungwaren zwischen 1995 und 1998 keine Sozialabgaben entrichtet worden. Im Rahmen eines späteren Steuerverfahrens wurden die Tachoscheiben kontrolliert. Dabei stellte sich heraus: Die Fahrer hatten deutlich mehr Kilometer zurückgelegt als von der Spedition angegebenWelche Folgen dies für den Spediteur hatte, und wie Sie von vorneherein Ärger vermeiden…Die Folge: Der Spediteur musste rund 25.000 Euro plus Säumniszuschläge an die Rentenversicherung nachzahlen. Begründung: Da bei Schwarzarbeit immer Vorsatz vorliege, verjährt die Tat erst nach 30 Jahren.

Wichtigste Konsequenz für Sie: Sollten Sie tatsächlich auf geringfügig Beschäftigte, also 400-Euor-Jobber, zurückgreifen, achten Sie darauf, dass die 400-Euro-Grenze eingehalten wird. Stundenzahl und Lohnsumme müssen also im Einklang stehen.

Hinweis: Zweimal pro Jahr dürfen 400- Euro-Jobber die 400-Euro-Grenze folgenlos deutlich überschreiten. Die Mehrarbeit muss aber unvorhergesehen notwendig geworden sein. Zum Beispiel, weil kurzfristig ein Kollege erkrankt ist. Geben Sie der Personalabteilung dann eine entsprechende Info, damit die entsprechenden Nachweise zu den Lohnunterlagen genommen werden können.