EU-Osterweiterung: Die wichtigsten Rahmendaten der neuen EU-Staaten

Seit dem 1. Mai gehören sie dazu: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta und Zypern.

Für viele Firmen, die in Osteuropa schon vertreten sind, ist dies nur noch ein formaler Akt, der die Abwicklung der Geschäfte erleichtert. Viele Wirtschaftsexperten rechnen mit einem Wachstumsschub. Es stellt sich jedoch die Frage, für wen: Nur für die Konzerne und die neuen EU-Ost-Staaten? Oder auch für kleine und mittelständische Unternehmen? Immerhin ist die EU gerade um rund 75 Mio. potenzielle Käufer gewachsen.Die schmale Straße …
… führt durch dünn besiedelte, hügelige Landschaft: Nadelwälder, Obstbäume, Birken. Dazwischen kleine, verschlafene Dörfer. Ab und zu ein Bauer, der sein Gemüse noch auf einem Handkarren über die Straße zieht.

Dort, wo die Hügel in die Ebene auslaufen, tauchen Hochhäuser, Plattenbauten, Schornsteine und Industriehallen auf: 50 km östlich von Prag, in Kolin, einer Kleinstadt mit 32.000 Einwohnern, entsteht eine neue Autofabrik von Toyota und Peugeot. Rund um das Werk werden sich Zulieferer ansiedeln, von denen wiederum die örtliche Wirtschaft, Handwerk und Handel profitieren – das übliche Muster wirtschaftlicher Ansiedlung wird sich vollziehen.

Goldgräberstimmung macht sich breit, nicht nur bei den Einheimischen vor Ort, sondern auch bei den beteiligten Großfirmen: Für den Stundenlohn eines deutschen Industriearbeiters sind dort 4 Tschechen tätig. Andere osteuropäische Regionen locken Konzerne mit 10 Jahren Steuerfreiheit.

Im Vergleich mit Deutschland ist quasi jedes der EU-Beitrittsländer eine Steueroase. Nach einer Umfange des Deutschen Industrie- und Handelskammerstages (DIHK) will fast jedes 4. deutsche Unternehmen in den nächsten 3 Jahren Teile seiner Produktion ins Ausland verlagern. Fast alle Konzerne sind schon da: Großbanken, Versicherungen und die Stromwirtschaft.

Beachten Sie: Es ist grob fahrlässig, wenn sich Firmen sowohl einkaufs- und verkaufsseitig nicht mit den neuen osteuropäischen Märkten beschäftigen.


Weiteres Sparpotenzial

Sieht man sich das Preisniveau auf Städtebasis an, zeigt sich die günstige Position der Slowakei. Nicht ohne Grund werden dort zurzeit 4 neue Autowerke gebaut.

Die Slowakei hat zudem am 01.01.2004 ein neues Flat-Steuersystem eingeführt: 19 % Mehrwertsteuer, 19 % Einkommenssteuer, 19 % Lohn- und Körperschaftsteuer.

Die baltischen Länder haben ein ähnliches Niveau mit einer gewissen Besserstellung von Estland. Tschechien ist immer noch günstig und verfügt über ein breites industrielles Spektrum, gefolgt von Polen. Ungarn ist bereits teuerer geworden und Slowenien ist das Land, das sich am weitesten an das EU-Niveau angenähert hat. Es setzt daher auf Qualität.

Praxis-Tipp: Besonders lukrativ ist der Einkauf von lohnintensiven Produkten und Dienstleistungen.

Bei der Anbahnung von Geschäften müssen Sie überall die länderspezifische Mentalität berücksichtigen. Fast alle jungen Gesprächspartner sprechen Englisch oder sogar Deutsch. Die modernen Kommunikationsmittel sind Standard und gründliche Qualitätskontrollen sind Pflicht.

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