Gemeinsam stark wirtschaften: So gelingt eine Firmenkooperation im Procurement

Die zunehmende Zentralisierung sowie die Bündelung der Bedarfe innerhalb einer Organisation führt bereits jetzt in vielen Unternehmen zu Firmenkooperationen im Einkauf: Wie können Sie diese Synergien nutzen und Ihre Prozesse noch effizienter gestaltet werden, um zusätzliche Kosten einzusparen?

4 Wichtige Kriterien für erfolgreiche Firmenkooperationen

Einkaufsallianzen ermöglichen es, Beschaffungskosten nachhaltig zu reduzieren und den Kooperationspartnern eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten zu verschaffen.

1. Achten Sie auf eine gemeinsame Zielsetzungen

Marktpositionen stärken, Ressourcen bündeln und Kosten sparen: Das sind wesentliche Vorteile einer Einkaufsallianz. Voraussetzung hierfür ist, dass die Unternehmen vergleichbare Ziele verfolgen. Gibt es zu viele Differenzen bei der Verhandlung von Verträgen oder liegen die Unternehmen zu weit auseinander, lassen sich keine guten Konditionen erzielen. Im schlimmsten Fall wirken sich die Unstimmigkeiten vielleicht sogar schädigend auf das Verhältnis zu den Lieferanten aus.

2. Rahmenbedingungen im Vorfeld abstimmen

Eine erfolgreiche Kooperation lebt davon, dass die Partner mindestens ein gemeinsames Ziel haben. Da eine Einkaufsallianz zusätzliche Abstimmungsprozesse erfordert, sollten die Einkaufsabteilungen bereits im Vorfeld Rahmenbedingungen abstimmen und Best Practices austauschen. Es gilt, gleiche Standards zu identifizieren sowie
gewünschte Serviceleistungen und eine klare Rollenverteilung in den Lieferantengesprächen festzulegen. Alle Beteiligten der Einkaufsallianz sollten darüber hinaus eine realistische Jahresplanung vorlegen, um von den potenziellen Lieferanten bestmögliche Angebote zu erhalten. Werden Planzahlen einer Allianz aufgrund des Ausfalls eines oder sogar mehrerer Mitglieder nämlich signifikant unterschritten, können daraus nachträgliche Preisanstiege oder sogar Regressansprüche resultieren, die alle Kooperationspartner auffangen müssen.

3. Supplier-Vorteile kommunizieren

Auf den ersten Blick scheinen Einkaufsallianzen eher negative Auswirkungen für Lieferanten zu haben, da sich Unternehmen zusammenschließen, um bessere Preise zu erhalten. Doch auch Supplier profitieren: Statt viele kleine Accounts betreuen zu müssen, wird nur ein großer Account verwaltet. Dadurch werden Prozesse entzerrt und Kapazitäten eingespart. Außerdem erhalten Lieferanten oftmals Zugang zu neuen Märkten – eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Dennoch besteht viel Aufklärungsbedarf. Um die Bereitschaft der Lieferanten zur Zusammenarbeit zu sichern, sollten die Vorteile im Vorfeld der Einkaufsallianz zusammengetragen und mit den
Lieferanten erörtert werden.

4. Im Gespräch bleiben

Kontinuierliche Kommunikation mit allen Parteien ist die Grundlage einer gut funktionierenden Einkaufsallianz. Auch das Thema Vertraulichkeit sollte in diesen Gesprächen eine Rolle spielen. So sollte es beispielsweise selbstverständlich sein, dass keine Interna nach außen getragen werden. Persönliche Gespräche sind daher
ebenso wichtig wie gegenseitiges Vertrauen. Zwar sind das Management und die Pflege einer derartigen Kooperation zeitaufwendig und stellen für die jeweiligen Mitarbeiter eine zusätzliche Arbeitsbelastung dar. Mit der richtigen Herangehensweise, Planung sowie steter Reflektion ergeben sich aus der Allianz jedoch viele Vorteile.