Im Einkauf liegt der Gewinn? Oder doch im Leasing?

„Im Einkauf liegt der Gewinn“ – als verantwortlicher Einkäufer müssen Sie sich diesen Satz öfter anhören. Das macht ihn aber nicht falsch. Im Gegenteil. Bei den derzeit rasant ansteigenden Preisen kommt es immer mehr auf Ihr Verhandlungsgeschick an – und darauf, dass Sie alle möglichen Alternativen in Betracht ziehen. Das betrifft auch eine der ganz zentralen Fragen bei Neuanschaffungen. Die nämlich, ob statt des Kaufes nicht doch Leasing die bessere Alternative ist.Leasing gilt gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen als wichtigste Finanzierungsalternative zum Kauf von Wirtschaftsgütern. Neben Fahrzeugen können Sie inzwischen fast alle beweglichen oder unbeweglichen Wirtschaftsgüter für Ihr Unternehmen leasen. Der große Vorteil: Im Einkauf investieren Sie nur eine kleinere Summe „auf einen Schlag“, das Unternehmen kann das geleaste Wirtschaftsgut aber sofort voll nutzen.

So schonen Sie die Liquidität und damit das Vermögen des Unternehmens

Sinnvoll ist Leasing deshalb besonders bei technischen Anlagen, die schnell veralten, die Sie also schon nach wenigen Jahren wieder ersetzen müssen. Mit Leasing-Verträgen können Sie zudem Wartungen und andere Serviceleistungen vereinbaren. Beim Finanzierungs-Leasing handelt es sich im Grunde um einen langfristigen Mietvertrag, bei dem eine unkündbare Grundmietzeit vereinbart wird, die kürzer ist als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstandes. Üblich sind sogenannte Teilamortisationsverträge. Das bedeutet, dass während der Grundmietzeit nur ein Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zurückgezahlt wird.

Beispiel Sattelzug: Unterscheiden Sie diese 2 Vertragsalternativen
1. Die Leasing-Gesellschaft hat ein Andienungsrecht
Das bedeutet, dass Sie als Leasing-Nehmer verpflichtet werden können, den Sattelzug zu einem vorher vereinbarten Kaufpreis zu erwerben.

Vorsicht, Falle:
Die Leasing-Kosten erhöhen sich nachträglich, wenn am Ende der Leasing-Zeit mehr zu zahlen ist, als der Gegenstand auf dem freien Markt kostet. Ohne Andienungsrecht könnte der Gegenstand anderswo billiger erworben werden.

2. Es wird eine sogenannte Mehrerlösbeteiligung vereinbart
Das bedeutet, dass der Sattelzug nach Vertragsende an einen Dritten veräußert wird. Ist der Veräußerungserlös höher als der kalkulierte Restwert, teilen Leasing-Gesellschaft und Leasing-Nehmer diesen Gewinn unter sich auf. Dabei dürfen Sie als Leasing-Nehmer aus steuerlichen Gründen nicht mehr als 75 % vom Mehrerlös erhalten.

Vorsicht, Falle:
Leasing-Gesellschaft und Händler sind unterschiedliche Unternehmen. Kauft der Händler den Sattelzug zum kalkulierten Restwert ab, gehen Sie leer aus, selbst wenn der Händler den Gegenstand mit Gewinn verkauft.

Beispiel: Sie haben einen Pkw geleast. Ihre Leasing-Rate ist auf der Basis eines Restwerts von 8.000 € kalkuliert worden. Nach Vertragsende hat der Pkw einen tatsächlichen Wert von 12.500 €. Bei einer Mehrerlösbeteiligung von 75 % hat Ihr Unternehmen Anspruch auf 3.375 € (4.500 € x 75%). Es ergibt sich aber kein Mehrerlös, wenn Sie den Pkw an den Händler zurückgeben und dieser den Pkw für 8.000 € von der Leasing-Gesellschaft. Verkauft der Händler jetzt den Pkw für 12.500 Euro, erzielt er einen Gewinn von 4.500 €, an dem Sie nicht beteiligt sind. Um das zu vermeiden, hätten Sie bereits bei Vertragsabschluss eine entsprechende Vereinbarung mit dem Händler treffen müssen.

Achtung:
Auch wenn der Restwert zu hoch veranschlagt ist, um niedrige Leasing-Raten zu erhalten, erhöhen sich die Leasing-Kosten nachträglich. Kann nämlich die Leasing- Gesellschaft keinen kostendeckenden Preis erzielen, müssen Sie als Leasing-Nehmer die Differenz bis zur Höhe des kalkulierten Restwerts an die Leasing-Gesellschaft zahlen.

Welche Vor- und Nachteile Leasing hat

Bevor Sie nun eine Entscheidung treffen – oder der Geschäftsleitung alle Informationen zur Entscheidung vorlegen -, sollten Sie die Vor- und Nachteile beim Leasing- Vertrag noch einmal kritisch durchgehen und unter dem Risiko-Nutzen-Aspekt abwägen.

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