Keine Ölpreisrallye in Sicht

Die Abhängigkeit des Westens von Ölimporten aus Krisenregionen wird Jahr für Jahr abnehmen. Dank neu entdeckter Schiefergas- und Erdölvorkommen wird den USA geradezu ein Boom prophezeit.

Nach Berechnungen der als seriös geltenden Internationalen Energieagentur (EIA) werden die Staaten in rund 10 Jahren noch vor Saudi-Arabien zum größten Ölproduzenten der Welt aufsteigen und in wiederum 10 Jahren energieautark sein.

Das ist ein so grundlegender Paradigmenwechsel, dass die IEA in ihrem „Weltenergiebericht 2012“ von „einer Zeitenwende für den globalen Energiemarkt“ spricht.

Beachten Sie: Wie die übrigen Industriestaaten des Westens müssen die USA gegenwärtig aber noch 20 % ihres Energiebedarfs durch Importe decken.

Einkauf 2013: Gute Aussichten

Horrorgeschichten über bevorstehende Öl- und Rohstoffkriege können erst einmal in den Papierkorb wandern. Denn aller Voraussicht nach wird es in diesem Jahr zu keiner Preisrallye kommen.

Dafür sorgen
eine weltweit sinkende Nachfrage nach Erdöl und ebenfalls weltweit anwachsende Lagerbestände (in den USA hangeln sie sich zum Beispiel von einem 3-Jahres- Hoch zum anderen). Die EIA hat auf diese Entwicklungen auch schon reagiert und ihre Wachstumsprognosen für dieses Jahr von 8 % auf unter 7 % revidiert.

Mehr noch: Bereits im Jahr 2017 sieht die EIA den Ölweltmarkt im Plus. Denn dann werden zwar 102 Mio. Barrel pro Tag gefördert, aber nur noch rund 96 Mio. Barrel nachgefragt. Für Energieeinkäufer könnten in Sachen Erdöl also bessere Zeiten anbrechen.

Vorausgesetzt, das Pulverfass Nahost fliegt vorher nicht endgültig in die Luft.

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