Künstliche Diamanten: Die Edelsteinrevolution

Um die Herstellung künstlicher Diamanten ist ein heißes Wettrennen entbrannt. Die Edelsteine aus der Retorte verändern die Schmuckwelt, eröffnen neue industrielle Anwendungen und werden – im nächsten Jahrzehnt – auch unsere Computerwelt revolutionieren.Das Unternehmen Gemesis im US-Bundesstaat Florida hat in seinen „Juwelenbrütern“ Diamanten von verblüffender Reinheit gezüchtet – zu einem Viertel des Preises eines Naturdiamanten (1 Karat, das sind 0,2 Gramm, kostet 10.000 Euro; ein synthetischer Einkaräter rund 2.400 Euro).

Die „Cultured Diamonds“ werden bereits in ausgesuchten Juwelierläden und über das Internet angeboten. Damit dürften die Tage von De Beers gezählt sein: Der südafrikanische Konzern ist seit über 100 Jahren die Nummer eins im Geschäft mit Naturdiamanten und kontrolliert heute über 60 Prozent des Weltmarktes.

Die künstliche Konkurrenz kommt aus Hochdruckkammern. Bei Gemesis wird die Produktion zurzeit gerade mit Hochdruck erweitert – bald sollen 250 Brüter Diamanten „gebären“. Und weil inzwischen weltweit auch viele andere Firmen an der Edelsteinsynthese arbeiten, erwarten Fachleute in absehbarer Zeit eine Massenproduktion von künstlichen Diamanten – und purzelnde Preise.

Die Hersteller von synthetischen Diamanten wollen sich auch neue Industriemärkte erschließen:

Laserkanonen: Schickt man die Lichtstrahlen durch künstliche Diamanten, lässt sich die Energie des Lasers vervielfachen. Medizin: Durch den Einsatz diamantenbesetzter Skalpelle sind noch präzisere Schnitte möglich. Computerchips: Hier eröffnen die Steine ganz neue Perspektiven. Sie eignen sich als Halbleiter und leiten damit eine neue Stufe der PC-Miniatuarisierung ein. Weltweit arbeiten immer mehr Unternehmen an Chip-Diamanten. Die US-Firma Apollo Diamond kommt dabei sogar ohne den bisher erforderlichen hohen Druck aus: Ihr Niederdruckverfahren Chemical Vapour Deposition (CVD) zählt zu den bedeutendsten technologischen Entwicklungen der letzten Jahre. Mehr zum Thema Technologie-Trends finden Sie im Zukunftsletter. Jetzt zum kostenlosen 30-Tage-Test anfordern!