Kennzahlen im Einkaufscontrolling

Die Klarheit und Aussagekraft der Kennzahlen macht‘s, nicht die Menge: Herumgesprochen hat sich dieser Lehrsatz (leider) noch nicht überall. In viel zu vielen Unternehmen sitzen Controller tagein, tagaus über Diagrammen, Tabellen und eben Kennzahlen, die sie den Entscheidern auf Papier oder elektronisch auf den Tisch legen – in bester Absicht.Die aber haben nicht minder oft den Überblick verloren und wissen gar nicht mehr, was ihnen diese Diagramme, Tabellen und Kennzahlen überhaupt sagen sollen. Diese zu erstellen ist dank Controlling-Software heutzutage ja auch ein Leichtes.

Doch wie vermeidet man, bei all den Zahlen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr zu sehen? Die Einkaufsmanager-Redaktion präsentiert Ihnen heute die wichtigsten Kennzahlen fürs Einkaufscontrolling.

Kennzahlen sind die Seele des Controllings

Um es in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen: Ohne Kennzahlen gibt es kein Controlling. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Sie nur Ihren Beschaffungsetat überwachen oder gleich ganze Projekte steuern wollen: Kennzahlen helfen Ihnen in jedem Fall, die Informationsflut im Einkaufscontrolling zu bewältigen. Denn mit ihnen können Sie selbst komplexe Sachverhalte auf ihren wesentlichen Kern verdichten und präsentieren.

Kennzahlen sind keine Eier legenden Wollmilchsäue

Auf der einen Seite verleiten sie dazu, Vorgänge in allzu starre Zahlenmasken zu pressen, und auf der anderen Seite vernachlässigen sie schwer quantifizierbare Aspekte wie die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter oder die Innovationskraft der Zulieferer. In jedem Fall sollten Sie die Kennzahlen Ihren konkreten Einkaufssituationen anpassen

7 wichtige Kennzahlen des Einkaufscontrollings

1 – Typ: Basiskennzahlen
Merkmale: Einkaufsvolumen, Lieferantenzahl, Quote Maverick- Buying usw.

2 – Typ: Objektkosten
Merkmale: Rohstoffe und Vormaterialien, Materialkostenveränderungen, Anteil Single Sourcing, Quote Global Sourcing etc.

3 – Typ: Prozesskosten
Merkmale: Kosten je Bestellung, Einkaufsvolumen pro Bestellung/ Lieferant, Nutzungsgrad E-Sourcing u. Ä.

4 – Typ: Logistik
Merkmale: Lieferzeiten und -fähigkeit, Termin- und Mengentreue u. v. m.

5 – Typ: Qualität
Merkmale: Zuverlässigkeit der Zulieferer, Reklamationsquote u. Ä.

6 – Typ Liquidität
Merkmale: RHB-Bestand ohne Verbrauch / zum Einkaufsvolumen, Verschrottung, Skontonutzung usw.

7 – Typ: Innovation
Merkmale: Einkaufsvolumen mit F&E-Partner, Einkaufsvolumen insgesamt etc.