Kostensenkung im Einkauf: Material-Effizienz steigern

Das Thema ‚Material-Effizienz’ in der heutigen Zeit links liegen zu lassen ist praktisch geschäftsschädigend. Falls Sie und auch Ihre Lieferanten unter den steigenden Rohstoffpreisen leiden und einem Preisdruck durch die Kunden ausgesetzt sind, dann sorgen Sie noch in diesem Jahr dafür, dass das Thema ‚Effizienter Umgang mit Material’ auf den Tisch kommt. Tipps dazu gibt Ihnen der Informationsdienst Einkaufsmanager :

Material-Effizienz

Wenn die Werkstoffe und Vormaterialien für ein Produkt schon richtig teuer sind, dann ist es nur konsequent, so wenig wie möglich davon zu verschwenden. Beispiel: Wenn eine Firma Stahlprofile zukünftig in neuen Längen bestellt, um den Verschnitt so gering wie nur möglich zu halten, dann spart das Geld. Außerdem fällt weniger Abfall an, was wiederum die Entsorgungskosten senkt.

3 Wege zum optimierten Materialeinsatz:

1. Das Produkt konstruktiv verändern. Beispiele: Querschnitte abspecken, Standardisierung.
2. Den Fertigungsprozess (einschließlich Materialfluss) verbessern.
3. Die Montageprozesse vereinfachen und beschleunigen. Beispiel: Maschinelle Dosierung von Hilfsstoffen anstatt von Hand.

Beachten Sie: Selbst kleine und mittlere Unternehmen sparen so schnell 6-stellige Summen pro Jahr.

Brachliegendes Potenzial

Woran liegt es, dass sehr viele Firmen dieses Geld, das förmlich in den Produktionshallen herumliegt, noch nicht aufgehoben haben? Dies sind die 3 größten Hürden in der Praxis:

1. Betriebsblindheit. Es fehlt einfach oft das Bewusstsein für Materialeffizienz. In einer Kunststoffspritzgießerei fiel jahrelang niemandem die große Materialvielfalt auf. Dabei konnten durch weniger Kunststoffarten nicht nur die Einkaufsmengen erhöht, sondern auch die Prozesskosten (Bestellung,Wareneingang, Lagerlogistik, weniger Lieferanten) verringert werden.

2. Das dringende Tagesgeschäft. Vor lauter Hektik, Druck und Zeitmangel kann niemand in Ruhe die ‚Mission Material sparen’ analysieren. Oft fehlt auch die Erfahrung mit dieser Aufgabenstellung.

3. Fehlende Zusammenarbeit zwischen Technik, Einkauf und Verkauf. Wenn hier nicht das Gesamtwohl von Firma und Kunden ganz oben steht, sondern kleinkariertes Denken, Bequemlichkeit und/oder andere ‚Erfolgskiller’, dann scheitert ein solches abteilungsübergreifendes Projekt bereits im Ansatz.

Viel Geld vom Staat

67 % Zuschuss für eine externe Beratung durch die geprüften Berater der Deutschen Materialeffizienz-Agentur (gegründet durch das BMWi) sind möglich. Das ‚Förderprogramm zur rentablen Steigerung der Materialeffizienz (VerMat)’ hilft, das nötige Technologie- und Management-Know-how zu vermitteln. Es gibt 2 Module: eine Erstberatung und eine darauf aufbauende Tiefenberatung.

Beachten Sie: In den ersten Potenzialanalysen entdeckten die VerMat-Berater Einsparpotenziale von mindestens 50.000 Euro, oft aber auch deutlich über 300.000 Euro pro Jahr Weitere Infos: Wer, was und wie gefördert wird, erfahren Sie unter www.materialeffizienz.de.

Lieferanten-Aktion

Verschwendet ein Lieferant Material und Werkstoffe in seiner Fertigung, dann sind seine Verkaufspreise unnötig hoch. Da die zukünftigen Erfolge des Einkaufs im Verbessern der Kostensituation der Lieferanten liegen, müssen Sie dieses Thema deutlich ansprechen

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