Steuerfreiheit bei Transporten: Nur bei echten Nebenleistungen gewährleistet

Das Thema Umsatzsteuer spielt bei grenzüberschreitenden Transporten eine große Rolle. Das wissen auch die Betriebsprüfer und haben deshalb die Umsatzsteuerbehandlung in Ihrem Unternehmen ganz besonders im Visier. Der wichtigste Schutz vor unnötigen und teuren Nachzahlungen für Sie: der korrekte Nachweis. Er ist das A und O!Das gilt vor allem dann, wenn Sie für die Vorläufe von Ausfuhrsendungen tätig werden. In solchen Fällen weiß die beauftragte Spedition häufig nicht, ob diese Vorläufe der Einsendungen Teil einer Transportkette sind, die aus der EU herausgeführt werden. Und selbst wenn sie es weiß, muss sie die Ausfuhr tatsächlich belegen können, um Ihnen eine Rechnung ohne Umsatzsteuer ausstellen zu können.

Die Lösung:
Fordern Sie als Beleg für die Steuerfreiheit eines Vorlaufs eine Bescheinigung des ausführenden Spediteurs an, die Sie zu den Rechnungsunterlagen nehmen. Diese Bescheinigung bekommt der ausführende Spediteur wiederum vom Zoll.

Achtung: Wie in der letzten Ausgabe berichtet, bekommt der ausführende Spediteur die Unterlagen im elektronischen Verfahren nur dann, wenn er die Ware selbst ins EU-Ausland gebracht hat ODER eine Bescheinigung des Carriers vorlegen kann, der das getan hat. Wichtig: Diese Bescheinigung muss zwingend ein Original mit Unterschrift sein. Denn alle Dokumente, mit denen Sie eine Steuerfreiheit nachweisen, werden wie Originalrechnungen behandelt. Es gibt nur eine Ausnahme: Der Reeder kann sich vom Finanzamt von der Unterschriftenleistung befreien lassen. Diese Befreiung muss aber auf der Originalbescheinigung entsprechend vermerkt werden. Handeln Sie deshalb strikt nach dem Grundsatz: ohne Vermerk oder Originalunterschrift keine Umsatzsteuerbefreiung!

So verfahren Sie bei Nebenleistungen
Nun ist das Erbringen von Nebenleistungen in der Logistikbranche gang und gäbe. Doch auch dieses Thema stellt ein beliebtes Prüffeld bei Betriebsprüfungen dar. Der Grund: Die klare Abgrenzung von Haupt- und Nebenleistungen ist nicht immer ganz einfach! Doch steuerlich ist es wichtig, dass Sie klar abgrenzen.

Was sind Nebenleistungen?
Nebenleistungen sind Leistungen, die Sie, ohne auch den „Hauptauftrag“ in der Tasche zu haben, nicht erbringen könnten. Ist diese Definition erfüllt, ist die Nebenleistung zu einer steuerfreien Hauptleistung ebenfalls steuerfrei.

Doch auch hier gilt der Grundsatz: Nur dann, wenn Sie als Spediteur oder Subunternehmer wissen, dass Sie im Rahmen eines Ausfuhrverfahrens tätig sind, und dies auch belegen können, können Sie die Rechnung umsatzsteuerfrei ausstellen.

Achtung: Immer wieder kommt es vor, dass Verlader vom Versender nachträglich eine weiße Spediteurbescheinigung verlangen. Die kann er aber nicht nachträglich ausstellen. Sollten Sie in diesem Fall aber Subunternehmer sein, gibt es einen Ausweg: Der Spediteur muss immer dann Umsatzsteuer abrechnen, wenn er keinen Nachweis über die Ausfuhr hat. Damit ist Umsatzsteuer immer dann fällig (und erstattungsfähig), wenn der Spediteur angibt, keinen Nachweis für die Ausfuhr zu haben.

Mit diesen Unterlagen können Sie und der Versender eine Ausfuhr nachweisen: Lieferschein, Kopie des CMR-Frachtbriefes, von Luftfrachtbriefen oder andere Transportaufträge mit Beziehung zur Rechnung, die Unterschrift des Spediteurs auf dem Abholbeleg, Empfangsbestätigung des Abnehmers, bei Kep-Diensten die Zustellbestätigung im Internet, die er elektronisch oder als Ausdruck aufbewahren kann.

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