Verspätete Lieferung wegen geplatzter Reifen? Fassen Sie nach!

Das haben Sie als Einkäufer von Logistikdienstleistungen ganz sicher auch schon einmal erlebt: Sie warten auf eine dringende Lieferung, doch dann bimmelt das Telefon: „Unser Fahrer hat uns eine Reifenpanne gemeldet. Er wird später ankommen.“ Eine unangenehme Situation. Vor allem, weil sich in den meisten Fällen der Zeitverlust nicht mehr aufholen lässt. Folge:Mit enormer Verspätung rollt der Lastzug bei Ihnen als Empfänger auf den Hof und kann möglicherweise erst am nächsten Morgen entladen werden.

In dieser Situation müssen Sie als Einkäufer wissen: Reifenpannen sind nicht gottgegeben. In der Regel hatte ein geplatzter Reifen viel zu wenig Druck, lief heiß und schließlich hat das Material nachgegeben.

Natürlich …
Reifenkontrollen sind aufwändig und oft fehlt Ihrem Logistikpartner die Zeit dafür. Doch wie viel Zeit fehlt Ihnen, wenn der Lkw wegen einer Reifenpanne verspätet zu Ihnen kommt? Dazu kommt:

Zu niedrigerer Druck in den Reifen führt auch zu höheren Kosten. Denn: Fahrzeuge, deren Reifen mit zu wenig Luftdruck laufen, verbrauchen deutlich mehr Diesel als Lastzüge, deren Reifen den korrekten Druck haben. Grund: Sinkt der Druck, muss der Reifen die Last tragen, die eigentlich von der Luft getragen werden sollte. Die Belastung ist so groß, dass das Material nachgibt und sich die Lauffläche des Pneus vergrößert. Das erhöht den Rollwiderstand, den die Sattelzugmaschine mit höherem Kraftaufwand überwinden muss.

Gleichzeitig verschleißt der Reifen wesentlich schneller, was wiederum die Kosten in die Höhe treibt.

Wichtig für Sie zu wissen:

In einer Reihe von internen Tests hat der Reifenhersteller Continental die Kosten pro Sattelzug (Gesamtgewicht 31 Tonnen, Laufleistung 120.000 Kilometer pro Jahr, Dieselpreis zum Zeit der Tests 1,05 Euro) in Relation zum Unterdruck gesetzt. Die Kostensprünge sind enorm:

Bei 5 % Unterdruck sind es zwar nur 250 €/Jahr, bei minus 10 % sind es aber schon 550 €/Jahr, bei minus 20 % 1.700 €.

Dabei sind die Kosten eines geplatzten Reifens gar nicht mit berücksichtigt.

Wie viele Lkws sind betroffen?
Bei einer von Continental unter 600 Lkws durchgeführten Stichprobe wiesen rund ein Fünftel aller überprüften Reifen einen Unterdruck von 20% und mehr auf. Bei etwa 28 % der Pneus war zwischen 10 und 15 % weniger Luft enthalten als notwendig, und bei weiteren 20 % lag der Unterdruck bei 5%. Oder andersherum ausgedrückt:

Lediglich 30 % der untersuchten Reifen waren korrekt befüllt. Umgerechnet heißt das: Statistisch gesehen herrscht in jedem Reifen ein Unterdruck von 12 %.

Diese Zahlen können Sie als geschickter Einkäufer nutzen!
Wenn ein von Ihnen beauftragtes Speditionsunternehmen (mal wieder) höhere Preise durchsetzen möchte, können Sie mit folgendem Brief kontern:

Sehr geehrter Herr Mustermann,

Ihr Angebot vom 18.6.2008 habe ich mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Die ausgeschriebenen Fahrten führen Sie für uns seit…regelmäßig durch. Gegenüber dem letzten Rahmenauftrag vom…liegt Ihr jetziges Angebot aber um 12 % höher, als das vorherige. Eine Begründung hierfür liefern Sie nicht.

Gerne liefere ich Ihnen aber eine Begründung, warum ich mit diesem Angebot nicht einverstanden bin. Am…und am…kam es zweimal zu verspäteten Lieferungen. Begründung: geplatzte Reifen. Geplatzte Reifen sind aber fast immer Folge von nicht ordnungsgemäßem Reifendruck. Und ein nicht ordnungsgemäßer Reifendruck führt immer zu Mehrkosten aufgrund eines deutlich höheren Dieselverbrauchs. Das bedeutet konkret:

Wenn Ihre Fahrer auf einen korrekten Reifendruck achten, sinken Ihre Betriebskosten deutlich, wie die Firma Continental ausgerechnet hat – und Sie verhindern Verspätetlieferungen wie die vom…und vom…

Da Sie hier offensichtlich erhebliches Einsparpotenzial haben, erwarte ich ein neues Angebot bis zum…, da wir verständlicherweise nicht bereit sind, das von Ihnen nicht realisierte Einsparpotenzial zu bezahlen.

Mit freundlichen Grüßen

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