Wie Sie 2009 die Vorteile des Leasings ausschöpfen und die steuerlichen Fallstricke umgehen

Leasing statt Kauf: Das bleibt im Einkauf auch 2009 eine Option – auch wenn Sie aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage (auch vieler Leasinggesellschaften) mit steigenden Kosten rechnen müssen. Trotzdem ist Leasing die wichtigste Finanzierungsalternative zum Kauf von Wirtschaftsgütern. Daran wird sich auch 2009 – Wirtschaftskrise hin oder her – nichts ändern!Neben Fahrzeugen können Sie inzwischen fast alle beweglichen oder unbeweglichen Wirtschaftsgüter für Ihr Unternehmen leasen. Der große Vorteil: Sie belasten Ihr Budget nur mit einer kleineren Summe statt „auf einen Schlag“, das Unternehmen kann das von Ihnen beschaffte Wirtschaftsgut aber sofort nutzen! Sinnvoll ist Leasing deshalb besonders bei technischen Anlagen, die schnell veralten, die Sie also schon nach wenigen Jahren wieder ersetzen müssen. Vorteil im Rezessionsjahr 2009:

Die Liquidität – und damit das Vermögen des Unternehmens – wird geschont
In Leasingverträgen können Sie zudem Wartungen und andere Serviceleistungen vereinbaren.

Jedoch gibt es beim Leasing eine Hürde, die Sie als Einkäufer nehmen müssen, wenn Sie nicht möchten, dass Ihnen das Rechnungswesen einen dicken Strich durch die Rechnung macht! Diese Hürde heißt: steuerliche Regelungen!

Im Klartext: Damit sich Leasing für das Unternehmen – und damit für den Einkauf – rechnet, kommt es darauf an, dass Sie zum einen Ihre Interessen als Leasingnehmer „wasserdicht“ schützen, zum anderen aber eben auch darauf, dass das Finanzamt jeweils die Leasinggesellschaft als Eigentümerin des Leasinggegenstands ansieht – und nicht etwa Ihr Unternehmen als Leasingnehmer.
Den zweiten Aspekt müssen Sie beim Aushandeln der Leasingbedingungen IMMER vor Augen haben. Denn sonst riskieren Sie, dass der Leasingvertrag steuerlich wie ein Ratenkauf behandelt wird. Die fatale Folge: Sie müssen den Leasinggegenstand abschreiben und die Leasingraten in Zinsen und Tilgung aufteilen.

Das Rechnungswesen wird toben!
Denn in diesem Fall kann das Unternehmen nur den Zinsanteil als Betriebsausgaben absetzen.

Das sind die Folgen bei der Umsatzsteuer

Umsatzsteuerlich ist die Übergabe eines Wirtschaftsguts (z. B. Fahrzeug) durch die Leasingfirma an Ihr Unternehmen als Leasingnehmer eine Lieferung, wenn es einkommensteuerrechtlich dem Unternehmen als Leasingnehmer zuzurechnen ist. Das bedeutet:

Ob das Wirtschaftsgut dem Unternehmen zusteht, für das Sie das Geschäft eingefädelt haben – also in der Regel Ihres-, beurteilt sich vor allem nach dem Verhältnis von Grundmietzeit und betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer.

Das bedeutet für Sie:
Entscheidend ist also, dass der eigentliche Leasingzeitraum mindestens 40 % der gewöhnlichen Nutzungsdauer beträgt, aber auf jeden Fall kürzer laufen muss als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des jeweiligen Gegenstands.

Üblich sind so genannte Teilamortisationsverträge. Das bedeutet, dass während der Grundmietzeit nur ein Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten zurückgezahlt wird.

Beispiel Firmenwagen:
Unterscheiden Sie diese 2 Vertragsalternativen

1. Andienungsrecht
Die Leasinggesellschaft hat ein Andienungsrecht. Das bedeutet, dass Sie als Leasingnehmer verpflichtet werden können, den Firmenwagen zu einem vorher vereinbarten Kaufpreis zu erwerben.

Vorsicht, Falle: Die Leasingkosten erhöhen sich nachträglich, wenn am Ende der Leasingzeit mehr zu zahlen ist, als der Gegenstand auf dem freien Markt kostet. Ohne Andienungsrecht könnte der Gegenstand anderswo billiger erworben werden.

2. Mehrerlösbeteiligung
Es wird eine so genannte Mehrerlösbeteiligung vereinbart. Das bedeutet, dass der Firmenwagen nach Vertragsende an einen Dritten veräußert wird. Ist der Veräußerungserlös höher als der kalkulierte Restwert, teilen Leasinggesellschaft und Leasingnehmer diesen Gewinn unter sich auf. Dabei darf Ihr Unternehmen als Leasingnehmer aus steuerlichen Gründen nicht mehr als 75 % vom Mehrerlös erhalten.

Vorsicht, Falle: Leasinggesellschaft und Händler sind unterschiedliche Unternehmen. Kauft der Händler den Firmenwagen zum kalkulierten Restwert ab, geht Ihr Unternehmen leer aus, selbst wenn der Händler den Gegenstand mit Gewinn verkauft.

Wie sich eine Ausgleichszahlung auswirkt
Bei der Abwicklung von Leasingverträgen kommt es allerdings immer wieder zu Auseinandersetzungen mit Leasingfirmen, vor allem bei der Rückgabe von Fahrzeugen oder Maschinen. Meist dreht sich der Streit um die Höhe einer Ausgleichszahlung, z. B. wegen eines unfallbedingten Minderwerts des Fahrzeugs oder aufgrund von Beschädigungen an der Maschine.

Solche Meinungsverschiedenheiten sind auch ein Thema im Zusammenhang mit der Umsatzsteuer!

Sie können sich lästige Diskussionen mit dem Rechnungswesen sparen, wenn Sie von Anfang an darauf hinweisen, dass es sich beim Minderwertausgleich um einen Erfüllungsanspruch aus dem Leasingvertrag und nicht um Schadenersatz handelt (BMF, Schreiben vom 20.2.2006, Az. IV A 5 – S 7100 – 23/06). Und: Auf die Art des Leasingvertrags und des überlassenen Leasinggegenstands kommt es nicht an. Auch die Ursache für die Wertminderung ist unerheblich.

Es spielt also keine Rolle, ob es sich beispielsweise um ein Kraftfahrzeugleasing mit Kilometerabrechnung oder um einen Leasingvertrag mit Restwertausgleich handelt.

Die Folge: Die Ausgleichszahlung stellt in diesen Fällen Entgelt für die vereinbarte Gebrauchsüberlassung dar. Das gilt auch, wenn die Ausgleichszahlung fällig wird, weil das Leasingfahrzeug unfallbedingt über das normale Maß hinaus beansprucht wurde.

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