Der Zoll wird elektronisch, aber erst 2011

Es begann alles im November vor gut zwei Jahren. Seinerzeit schlug EU-Steuerkommissar László Kovacs vor, dass die Zollbehörden der verschiedenen Mitgliedsstaaten weitgehend papierlos miteinander zusammenarbeiten sollten. Kovacs wollte mit diesem Schritt nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Effizienz der nationalen Behörden steigern.

Seine Vision: die nationalen Zollsysteme und -verfahren untereinander kompatibel zu machen, um so den Import und Export zu beschleunigen, genauere Kontrollen an den Außengrenzen der Union zu ermöglichen und alle EU-Bürger zielgerichteter vor belasteten oder gefährlichen Waren zu schützen. Wie sich dieses Projekt entwickelt, was es Ihnen als Einkäufer bringen wird und wann es umgesetzt wird, verraten Ihnen die Experten des Informationsdiensts Rohstoffeinkauf AktuellGeplant war, für Unternehmen in Sachen Im- und Export eine einzige Anlaufstelle zu schaffen, von der alle relevanten Daten automatisch an die einzelnen Zollstellen und Behörden weitergeleitet werden. So weit die Idee.

Bis zur Umsetzung waren aber noch viele Hürden zu nehmen. Im Dezember 2007 hatte dann der Ecofin-Rat für Wirtschafts- und Finanzfragen, eines der mächtigsten Entscheidungsgremien der EU, alles in eine feste juristische Form gegossen. Der Rat legte auch gleich einen Einführungstermin fest: 2011 soll grünes Licht für das elektronische Zollsystem gegeben werden.

In den drei verbleibenden Jahren sollen die bereits existierenden elektronischen Systeme der einzelnen Mitgliedsstaaten Stück für Stück mit – einander verknüpft werden, um schlussendlich ein europaweites E-Zollsystem zu schaffen.

Vorgesehen ist auch ein gemeinsames elektronisches Zollportal. Unternehmen können ihre Zollerklärungen dann in der Regel am PC direkt eingeben. Erklärungen auf Papier sollen ab 2011 die große Ausnahme sein.

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