Japan gehen die IT-Ideen nicht aus

Einst war Made in Japan das Synonym für Hightech, vor allem im Elektronikbereich. Auch wenn dieser Ruhm etwas verblasst ist, so spielt Japan in der Champions-League der IT-Riesen doch noch immer eine gewichtige Rolle.

Mehr als 22 % aller elektronischen und informationstechnischen Produkte auf dieser Welt sind japanischen Ursprungs. Zwar wird Massenware kaum noch im Heimatland hergestellt, sondern in ausländischen Tochterfirmen, hochwertige Elektronikartikel werden aber nach wie vor auf der Insel produziert.

2008 rechnet die Japan Electronics and Information Technology Industries Association (JEITA) mit einer Wachstumsrate von 6 %. Rund ein Prozentpunkt weniger als der weltweite Branchendurchschnitt.

Die Redaktion von Rohstoffeinkauf Aktuell hat für Sie recherchiert : Produktionsverlagerung ist auch in Japan ein Thema.

Paradepferde der japanischen Elektronikfirmen sind Geräte, Ausrüstungen und Zubehör der audiovisuellen Sparte. Hier erreichen sie globale Produktionsanteile von 43 %. Die Firmen setzen alles daran, um 2008 die Messlatte noch ein bisschen weiter nach oben zu schieben.

Um dieses Ziel zu erreichen, setzen sie u. a. auch auf Produktionsverlagerungen in Billiglohnländer. In diesem Jahr soll der Anteil der im Ausland gefertigten audiovisuellen Erzeugnisse, dazugehören auch Computer und Peripherie-Geräte, auf über 70 % anwachsen. Tendenz: weiter steigend. Bei Kommunikationsausrüstung und -geräten werden es ca. 45 % sein und bei anderen IT-Produkten etwa 31 %.

Japanische Chips stark im Kommen

Um den Anteil am globalen Chip-Markt weiter zu steigern (24 % Marktanteil Ende 2007), wird in Nippon derzeit kräftig sowohl in die Produktion wie auch in die Forschung und Entwicklung von Halbleitern investiert. Spitzenreiter Toshiba konnte im internationalen Ranking hinter Intel und Samsung auf Platz 3 aufgestiegen. In diesem Jahr will der Konzern weiter nach oben.

Dazu soll die Produktion der hochmodernen NAND-Flash-Chips um 70 % erhöht und im Frühjahr von Sony die komplette Mikroprozessor-Sparte übernommen werden. Sony selbst konnte sich 2007 beim globalen Chip-Absatz auf einen beachtlichen 8. Platz vorarbeiten.

Da der Kapital- und Know-how-Aufwand für Chip-Entwicklungen enorm hoch ist, hat Sony mit der deutschen Qimonda im Oktober 2007 ein Joint Venture in Japan gegründet, um Hochleistungs-DRAM der neuesten Generation zu entwickeln. Konkurrent Fujitsu kündigte kurz darauf an, gemeinsam mit dem Institute for Information Industry of Taiwan einen neuen Mega-Chip für die drahtlose Mobilkommunikation zu entwickeln.

Das Next Generation Network

Kräftig mitmischen wollen die japanischen Elektronikkonzerne auch bei der neuen Breitband-Technologie NGN (Next Generation Network). Der so genannte NGN-Standard verknüpft Telefon, Handy und Computer zu einem ebenso innovativen wie außerordentlich schnellen Kommunikationsnetz. Die Großen der Branche arbeiten auch schon kräftig daran, für den Standard passende Hardware und Software bereitzustellen.

Spätestens 2010 will Fujitsu z. B. seine neue Software-Plattform „SaaS“ (Software as a Service) vorstellen. Die Entwickler bei Hitachi brüten derzeit über einem Filmübertragungssystem, das mehr als 100 HDTV-Fernsehkanäle oder 150 hochauflösende Videos gleichzeitig senden kann, während NEC gegenwärtig an einer Lösung arbeitet, um Unterbrechungen bei der Übertragung großer Datenmengen durch Back-up-Systeme zu verringern.

Rohstoffeinkauf Aktuell -Fazit: Bei den neuen Anwendungen geht es den japanischen IT-Tüftlern aber keineswegs nur um Fun und Action, sondern auch um professionelle Dienste, wie beispielsweise Videokonferenzen, Übertragung von technischen Bildern und Produktionsabläufen zwischen Unternehmen oder um die Archivierung umfangreicher digitaler Datenbestände.

Die neuen japanischen IT-Techniken dürften auch für den globalen Einkauf interessant sein. Die hochauflösenden 3-D-Standards dürften auch so manchen Lieferantenbesuch überflüssig machen. Produkte können am heimischen Bürocomputer effizient sehr genau und sehr eingehend unter die Lupe genommen werden.

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