Sichern Sie wichtige Liefergeschäfte mit Audits ab

Audits erlauben ihnen realistische Einschätzungen der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit ihrer Lieferanten. Und helfen Ihnen grundlegende Positionen, sprich Kosten zu kalkulieren. Sonst kann sich so eine Auditierung schnell zur exotischen Dienstreise auswachsen.

Ganz nach dem Motto: Außer Spesen nichts gewesen. Schließlich ist ein einfacher Flug von Frankfurt nach Shanghai bei der Lufthansa nicht unter 2.100 € zu haben. Wie Sie sich vor (kostspieligen) Enttäuschungen und Pannen schützen, erfahren Sie heute von uns!

In dem riesigen Land müssen Sie riesige Distanzen zurücklegen

Das beginnt schon auf den Flughäfen. Sie sind nicht nur groß bis gigantisch, Verspätungen sind auch die Regel. Dagegen geht es auf Straßen und Autobahnen regelrecht gemütlich zu. Maximal 80 km/h dürfen Sie auf einer Autobahn fahren und 40 km/h in der Stadt.

Alles Faktoren, die Sie bei der Anfahrt zu Ihrem Lieferanten berücksichtigen sollten. Falls Ihre Partner in den Regionen Perlfluss-Delta um Hongkong, am Jangtse-Delta um Shanghai oder in Peking sitzen, ist die Eisenbahn der schnellste und sicherste Weg. Mehr als 200 Mrd. Yuan hat die Volksrepublik in den letzten Jahren in ihre Schnellbahnsysteme investiert.

Theoretisch können Sie Ihre Bahntickets unter www.12306.cn buchen. Praktisch dürfte es aber an der Sprache hapern, da es die Webseite nur in einer chinesischen Version gibt.

Als Alternative bleibt ein Ticketkauf gleich bei der Ankunft am Flughafen.

Geschenke sind ein wichtiger Türöffner

Sie haben zwar wenig mit einem Audit zu tun, gehören aber dennoch dazu. Quasi als freundliche Umrahmung, die wirklich jeder Lieferant erwartet. Denken Sie dabei nicht nur an die Executives, sondern stecken Sie auch reichlich Mitbringsel für weniger wichtige Mitarbeiter ein (Vertrieb, Qualitätssicherung usw.)

Das müssen keine Schweizer Uhren sein. Konfekt oder Zigaretten aus dem Supermarkt tun es auch. Wichtig ist allein die Geste. Sie erweisen Ihren chinesischen Partnern den erwarteten Respekt.

Dokumentieren Sie alle Kontrollen mit der Kamera

In Ihr Reisegepäck gehört unbedingt auch eine Videokamera. Filmaufnahmen sind bei Audits zwar nicht unbedingt die Norm, werden aber von den meisten Lieferanten geduldet.

Wenn Sie auch schiefe Blicke ernten, nehmen Sie den gesamten Produktionsprozess einschließlich wichtiger Schnittstellen auf (interner Transport, Qualitätssicherung usw.)

Wieder zuhause, ergänzen diese Filmaufnahmen ganz hervorragend Ihren Auditierungsbericht. Außerdem können sie als Grundlage für eine spätere Kostenanalyse genommen werden, etwa für eine FMEA-Analyse (FMEA = Failure Mode and Effects Analysis, deutsch: Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse).

Unser-Praxistipp

Stellt sich ein Lieferant doch einmal quer, bieten Sie ihm eine Geheimhaltungsvereinbarung an oder argumentieren Sie mit den Auditierungsvorschriften Ihrer Firma.

In China herrscht ein anderes Pünktlichkeitsverständnis

Pünktlich sind Chinesen durchaus, allerdings auf andere Art, als wir sie kennen. Ist das 1. Meeting beispielsweise um 9 Uhr angesetzt, beginnt es mindestens 10 Minuten später. Planen Sie also immer genügend Pufferzeiten ein.

Da Ungeduld in China der schlechteste Ratgeber ist, schießen Sie auch nicht gleich aufs Ziel los.

Chinesische Lieferanten lieben den Kreis, nicht die Gerade.

Wenn Ihre Partner möglicherweise auch schon das meiste kennen, stellen Sie sich und Ihre Firma, die Firmengeschichte nebst Firmenphilosophie trotzdem noch einmal vor. Und alles nicht zu knapp.

Wagen Sie einen Blick hinter die Kulissen

Denn die Gefahr ist groß, dass Ihnen frisierte Bilanzen vorgelegt werden. Bestehen Sie deshalb unbedingt darauf, dass Ihnen alle wichtigen Unternehmensbereiche gezeigt werden. Schließlich ist so ein Qualitätssicherungs- Zertifikat schnell aufgehübscht, nicht aber die Produktionsbereiche in einer Werkhalle.

Lassen Sie sich beispielsweise (nachprüfbar!) erklären:
Wie die Qualitätssicherung organisiert ist. Zum Beispiel per Selbstprüfung durch die Produktionsarbeiter oder durch eine werkseigene Qualitätskontrolle. Nach jedem Arbeitsschritt oder lediglich durch Endkontrollen? Wie und von wem die Prüfungsergebnisse dokumentiert und ausgewertet werden. Bitte beachten Sie: Vergessen Sie bei Ihrem Audit auch nicht die Sub-Lieferanten Ihres Zulieferers! Denn bei ihnen werden bereits viele Fehler in Sachen Produktqualität gemacht.

Kündigen Sie einen entsprechenden Besuch keinesfalls vorher an. Sonst wird Ihnen möglicherweise ein Scheinlieferant untergejubelt.

Prüfen Sie im Vorfeld Bonität und Wettbewerbsfähigkeit Ihrer Lieferanten

Ähnlich wie in Deutschland via Creditreform können Sie in der Volksrepublik mit dem China Tracker des Informationsdienstleister Brown, Miller & Partner (BMP) den Finanz- und damit den Wettbewerbsstatus Ihrer Geschäftspartner analysieren.

Der China Tracker arbeitet dabei mit folgenden 5 Tools:

1. Mit dem Finanzdatentool werden detailliert alle Bonitätsdaten zusammengetragen und dokumentiert.
2. Das HR-Tool verschafft Ihnen Einblicke in die Personalstruktur Ihrer Geschäftspartner einschließlich in deren Zu- und Abgänge.
3. Das Kunden- und Lieferantentool ist eines der wichtigsten Werkzeuge, um Wissenswertes über die Kunden bzw. Lieferanten der chinesischen Zulieferer zu erfahren.
4. Das Tool Produktionskapazitäten erlaubt Ihnen Aufschlüsse über die Produktionskapazitäten des Hauptlieferanten inklusive sämtlicher Nebenlieferanten.
5. Das Import/Exporttool untersucht die Ein- und Ausfuhrgeschäfte Ihrer Geschäftspartner.

Diese 5 Tools können Sie noch um 6 weitere Detail-Analysen spezifizieren, wie beispielsweise um eine Basis-Analyse (Umsatzentwicklung, GuV- und Bilanzdaten u. Ä. der letzten 3 Jahre) oder eine Produktions- Analyse (Maschinenpark, Kapazitäten, Innovationsstand). Weiterführende Informationen können Sie unter:brownmiller.com finden

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