Was Sie als Einkäufer über die Logistik in Italien wissen sollten

Wenn Sie als Einkäufer auf Beschaffungstour in Italien sind, müssen Sie damit rechnen, dass in Sachen Logistik nicht alles zum Besten steht. Der Informationsdienst Rohstoffeinkauf Aktuell berichtet über den Status Quo im italienischen Transportwesen.Straße: In Italien rollen rund 86 % des Güterverkehrs über die Straße. Das Land hat zwar die höchste Speditionsdichte in der EU, doch die meisten der 608.000 Lkws sind veraltet und werden obendrein auch noch von Klein- und Kleinstunternehmen (rund 95 %) betrieben. Nur 3 % der italienischen Spediteure haben mehr als 10 Mitarbeiter. Denkbar schlechte Voraussetzungen, um im Konzert des globalen Warentransports mitzuspielen.

Die Folge: Investitionen in moderne Ausrüstungen gingen in den letzten Jahren immer weiter zurück. Nach Angaben des Fachverbandes Anita hat sich die Branche deshalb fast ausschließlich auf den heimischen Markt zurückgezogen.

Hier liegt das Schwergewicht vor allem im prosperierenden Norditalien, wo rund die Hälfte des gesamten Frachtaufkommens erwirtschaftet wird

Schiene:
Der Anteil der per Eisenbahn transportierten Güter liegt bei knapp 7 %. Im Vergleich zum Personentransport
ist die Liberalisierung des Frachtverkehrs relativ weit vorangeschritten. Hier wie dort hatte die staatliche Ferrovie dello Stato (FS) quasi eine Monopolstellung. Der fehlende Konkurrenzdruck machte das Staatsunternehmen träge, sodass es Jahr für Jahr immer größere Marktanteile im Frachtverkehr verloren hat.

Besserung sollen jetzt private Betreiber bringen.

Luftverkehr.: Nur wenig besser sieht es beim italienischen Luftfrachtverkehr aus. Jahrzehntelang dominierte die nationale Fluggesellschaft ‚Alitalia‘ das Geschäft. Wie die Ferrovie dello Stato in einer ähnlichen Monopolstellung, machte die Airline 2006 465 Mio. EUR Verlust. Gezwungenermaßen zog die italienische Regierung vor einem Jahr die Notbremse und gab die marode Gesellschaft zur Privatisierung frei.

Jetzt interessieren sich mehrere ausländische Fluggesellschaften für den italienischen Anbieter.

Bis der veraltete Flugzeugpark aber ersetzt ist und moderne Logistikstrukturen eingeführt sind, werden Einkäufer auf ihren Beschaffungstouren zwischen Mailand und Palermo noch viel italienisches Dolce Vita erleben.

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