Fördermöglichkeiten nutzen – Holen Sie sich Bares vom Staat

Mit Bildungsprämien und Bildungsgutscheinen lässt sich so mancher Euro sparen.
Bildung ist nicht nur ein ausgesprochen wertvolles Gut, sondern auch ein mindestens ebenso teures. Gut beraten ist da derjenige, der nach Fördermitteln Ausschau hält.Die gibt es auch, doch kocht hier jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Die Vielzahl der Varianten, Verknüpfungen und Einschränkungen zu überschauen ist kaum möglich.

Praxis-Tipp: Selbst den Sachbearbeitern in den Prämienberatungsbüros fehlt häufig die Übersicht. Eine Wissenslücke, die Sie ausnutzen sollten, um die höchste Fördersumme herauszuholen, z. B. indem Sie mehrere Fördertöpfe gleichzeitig anzapfen.

1. Bildungsprämien

Es gibt sie seit Dezember 2008. Wer seitdem im Beruf vorankommen will, bekommt für seine Kurse Bares vom Staat. Die anfänglichen 154 € sind zum 1. Januar 2010 auf 500 € erhöht worden. Förderfähig sind
berufliche Weiterbildungen, Bewerber, die in Lohn und Brot stehen und maximal 25.600 € (51.200 € bei gemeinsamer Veranlagung) im Jahr versteuern.
Nicht gefördert werden dagegen
Arbeitslose (ALG I/ALG II), Arbeitnehmer mit Anspruch auf Meister- BaföG, Ausländer ohne Arbeitserlaubnis, Messe-, Museums- oder Kongressbesuche (auch nicht, wenn sie fach- und berufsbezogen sind).
Beachten Sie:
Vor den Bildungsprämien hat der Gesetzgeber ein persönliches Beratungsgespräch gesetzt, an dem Sie nicht vorbeikommen. Mitzubringen haben Sie dazu Ihren Ausweis, Ihren Einkommensteuerbescheid/ die letzte Lohnabrechnung und Ihre gültige Aufenthaltserlaubnis, falls Sie kein EU-Bürger sind. Ihre nächstgelegene Beratungsstelle erfahren Sie telefonisch unter 08 00/2 62 30 00.

Beispiel:
Bildungsprämie für den Einkäufer X X muss immer wieder feststellen, dass er bei der Abrechnung von Logistik- Dienstleistungen Fehler macht. Seine Wissenslücken sind zu groß. Um sie zu beseitigen, entschließt er sich zu einem Weiterbildungskurs. Vorschriftsgemäß trägt er der Sachbearbeiterin bei der Prämienberatung seinen Wunsch vor. Er möchte einen Abendkurs besuchen, der ihn fit in Sachen Logistik-Controlling macht.

X versteuert pro Jahr 24.000 €, liegt also unter der Höchstgrenze. Gemeinsam mit der Sachbearbeiterin wählt X einen Kurs für 890 € aus. Als Zuschuss erhält er 370 €. Den Rest (520 €) muss er selbst bzw. seine Firma Z bezahlen.

2. Bildungs-Schecks

Mit Bildungs-Schecks werden ebenfalls berufliche Qualifizierungsmaßnahmen gefördert. Aber nicht überall! Niedersachsen hat z. B. ein eigenes Förderprogramm „IWiN“ aufgelegt (mehr unter http://iwin-niedersachsen.de/content/ view/36/45).

Separate Wege sind auch andere Bundesländer gegangen (Bayern, Sachsen, Thüringen, Hamburg usw.). Bildungs- Schecks zu unterschiedlichen Bedingungen gibt es dort:
Schleswig-Holstein: Gefördert werden Weiterbildungsseminare von mindestens 16 und maximal 400 Stunden (www.ib-sh.de/aktion_a1). Mecklenbur g -Vorpommern: Schecks werden in dem Küstenland nur an Unternehmen und Existenzgründer ausgezahlt – zu hoch komplizierten Vergabebedingungen, die sich baukastenartig nach Kursdauer und Kursart richten. Ein Controlling-Kurs wird z. B. mit 52 € gefördert (www.weiterbildung-mv.de). Brandenburg: Bei einer Eigenbeteiligung von 10 bis 30 % werden maximal 500 € gewährt. Voraussetzung ist ein Hauptwohnsitz im Land (www.masf.brandenburg.de). Hessen: Gefördert werden Arbeitnehmer kleiner und mittlerer Unternehmen, die ohne Berufsabschluss und/oder älter als 45 Jahre sind (50 % der Weiterbildungskosten, maximal 500 €/Person/Jahr. Nordrhein-Westfalen: Bildungs- Schecks gibt es hier seit 2006. Gefördert werden private und betriebliche Weiterbildungsausgaben (bis 50 % oder maximal 500 €;. Rheinland-Pfalz: Unter dem neudeutschen „QualiScheck“ der Pfälzer steckt der bekannte Bildungs-Scheck. Finanziert werden in dem Weinland berufliche Weiterbildungskosten von 50 % pro Jahr (maximal 500 €; www.qualischeck.rlp.de).

3. EU-Bildungsprämien

Im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) fördert auch die EU Weiterbildung und Qualifizierung. Brüssel hat mit den Prämien vor allem bildungsferne Bevölkerungsgruppen und Geringverdiener im Auge.

Beachten Sie: Eine Förderung von Einzelpersonen ist allerdings ausgeschlossen. Vielmehr richten sich die Maßnahmen des ESF an öffentliche und private Bildungseinrichtungen. Diese sollen ermuntert werden, Qualifizierungs- und Weiterbildungsprogramme aufzulegen, die dann von den genannten Gruppen genutzt werden.
(Fördergundsätze des ESFsl)

Werfen Sie auch einen Blick in die anderen Fördertöpfe, z.B.:
Meister-BAföG: Eine einkommensund vermögensunabhängige Förderung. Bildungsurlaub: 5 Tage pro Kalenderjahr. Sind aufs Folgejahr übertragbar. Steuervorteile: Weiterbildungskosten sind als Werbungskosten absetzbar (§ 9 EstG).

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