Krisengespräche: Von Mensch zu Mensch

Chefs, die nur Wohltaten verteilen, können sich leicht die Gönnerkrone aufsetzen. Wehe aber, sie haben schlechte Nachrichten zu verkünden – etwa Kurzarbeit oder gar Entlassungen.

Dann verschanzen sie sich hinter ihrem Schreibtisch und rattern ihre Statements nur so herunter. Dabei kommt es gerade jetzt darauf an, Führungsstärke zu beweisen – mit Fingerspitzengefühl. Zum Beispiel indem sie sich gründlich auf das Krisengespräch vorbereiten (was wie und wann zu sagen ist), sich nicht als gefühlloser Apparatschik zeigen, sondern als Mensch, der unter der Situation nicht weniger leidet als die Betroffenen, ihren Mitarbeitern Zeit für Fragen und Reaktionen geben, damit sie die schlechten Nachrichten besser verstehen und verdauen können, den Mitarbeitern Hilfe anbieten, sich auf die Veränderungen einzustellen (Fortbildungen, Umschulungen, Vorruhestandslösungen usw.), sich nicht auf Diskussionen über das Für und Wider einer Entscheidung einlassen. Emotionen aushalten (Weinen, Vorwürfe gegen die Firmenleitung oder auch einfach auch nur ein stummes Dasitzen). Beachten Sie: Bei allem Verständnis für manche Situation, gegen persönliche Beleidigungen sollten Sie sich sofort verwahren! Sagen Sie klipp und klar, dass Sie für die Beschimpfungen eine Entschuldigung erwarten.

Bleibt die aus, brechen Sie das Gespräch ab. Ob Sie eine Fortsetzung zu einem späteren Zeitpunkt anbieten, hängt von den Umständen sowie von der Person ab – und von Ihrem Fingerspitzengefühl.