Mitarbeiterführung im Einkauf: Mitarbeiter brauchen fachliche Unterstützung

Warum Führungskräfte oft zu wenig Sachkenntnisse besitzen
Das müssen Sie selbst wissen, da kann ich Ihnen auch nicht helfen.“ Nicht selten werden Mitarbeiter von ihren Chefs mit solchen Floskeln bei fachlichen Rückfragen allein gelassenNotgedrungen basteln sie sich dann selbst eine Lösung, deren fehlerhaften Verlauf sie unter Umständen gar nicht absehen können. Die fachlich ausbleibende und wenig hilfreiche Unterstützung eines Chefs kann die folgenden Hintergründe haben:
Die jungen Führungskräfte versuchen oft, die Anforderungen im Einkauf eher mathematisch oder anhand von Literaturstudien ohne Praxisbezug zu lösen. Die Führungskraft ist generell noch zu jung und unerfahren für diese vielfältigen fachlichen Aufgaben. Die Führungskraft ist in einem Förderprogramm für leitende Angestellte oder Nachwuchskräfte des Unternehmens integriert. Sie leitet mal für 12 Monate so nebenbei auch den Einkauf und wird danach auf die nächste Führungsposition im Rahmen ihrer Entwicklung gesetzt. Die Führungskraft kommt aus einem rein technischen Bereich ohne kaufmännisches Wissen. Die Führungskraft im Einkauf wurde aus dem Vertrieb oder aus der Finanzabteilung notgedrungen in den Einkauf versetzt.
Beachten Sie: Grundsätzlich bleibt festzuhalten, dass fachliche Fragen von Mitarbeitern jederzeit legitim sind. Eine Führungskraft ist daher auch verpflichtet, ihre Mitarbeiter bei fachlichen Problemen zu unterstützen und für eine Lösung zu sorgen. Ohne tieferen fachlichen Background kann eine Führungskraft im Einkauf in der Regel die Anforderungen jedoch nur eingeschränkt erfüllen. Um den Job des Einkaufsleiters zu erfüllen, sind aber spezielle Kenntnisse im Einkaufsrecht, Einkaufscontrolling, Beschaffungsmarketing, Lieferantenma – nagement sowie in Verhandlungstechniken unabdingbar.

Es gibt andererseits Führungskräfte, die auch ohne fachliches Tiefenwissen ihnen unbekannte Bereiche (z. B. Verantwortung einer IT-Abteilung) erfolgreich leiten. Diese Führungskräfte haben aber Problemlösungskompetenzen, können sich selbst schnell in neue Sachverhalte hineindenken, haben Verantwortungs- und Entscheidungsbereitschaft oder verfügen über starke und selbstständige Mitarbeiter, deren Lösungsvorschläge sie nur kurz abnicken müssen.

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