Preisentwicklungen: Deflation – Die ersten Preiskriege sind da

Ist die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise tatsächlich schon vorbei? Dieser Frage geht Einkaufsexperte Jens Holtmann heute nach:Optimismus (Hoffnung) ist immer eine tolle Sache und auch absolut notwendig. Er (sie) darf allerdings niemals mit Realitätsferne verwechselt werden. Die Tatsachen sprechen da immer noch eine andere Sprache.

50 % Rabatt beim Autokauf
Der Preiswettkampf beim Autoverkauf nimmt seit dem Ende der staatlichen Finanzspritze langsam, aber sicher verzweifelte Züge an. Auch im umkämpften Lebensmittelhandel gab es 2009 schon einen kräftigen Preisrutsch in mehreren Wellen. Bei Unterhaltungselektronik, Immobilien und in der Touristikbranche sinken die Preise ebenfalls spürbar. Es spricht Bände, wie es um die Nachfrage bestellt ist, wenn Hewlett Packard seine Tintenstrahldrucker in der Süddeutschen Zeitung mit 2 kostenlosen Übernachtungen im 4-Sterne-Hotel anbietet.

Import- und Vorleistungsgüterpreise sinken weiter
Destatis meldet: Der Index der Einfuhrpreise lag im September 2009 um 11 % unter dem Vorjahresstand. Im August 2009 hatte die Jahresänderungsrate -10,9 % und im Juli 2009 -12,6 % betragen. Gegenüber August 2009 fiel der Einfuhrpreisindex um 0,9 %. Die Vorleistungsgüter-Preise fielen im September um 7 % gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die überall diskutierte neue Inflationswelle der Preise kommt, jedoch erst später. Die Deflation wird sich sehr wahrscheinlich noch verstärken – überall herrscht Überangebot. An den Aktien- und Rohstoffbörsen haben wir eine Asset-Inflation, ausgelöst durch die staatlichen Billionen, die „großzügig“ an die Finanzwelt verteilt wurden.

Keine Rezession – eine Systemkrise
Stellen Sie sich daher bitte mit Ihrem Einkaufsteam darauf ein, dass Ihre Firma die Kosten noch stärker als bisher senken muss. Sämtliche Materialkosten gehören dabei auf den Prüfstand. In unserer global vernetzten Welt schreckt besonders der Zustand der US-Wirtschaft auf.

Beachten Sie: Vielleicht sind sehr viele Menschen deswegen so sorglos, weil sie etwas Vergleichbares bisher nicht erlebt haben.

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