Weltkonjunktur-Frühindikator Baltic Dry Index: -46 % im Juni 2010

Der Index für weltweite Schifffrachtkosten sendet Warnsignale: Ob dieser scharfe Einbruch der Frachtraten Vorbote für die Fortsetzung der Rezession ist, weiß niemand. Für viele Experten bedeutet ein plötzlich fallender Index jedenfalls ein Abebben der Nachfrage nach Rohstoffen (Eisenerz, Mais, Kohle, Metallen, Sojabohnen …).Genau dies geschah Mitte 2008: Die Frachtraten für Capesize-Frachter (verschiffen überwiegend Eisenerz nach China) sackten binnen 3 Monaten von mehr als 220.000 US-$ auf weniger als 20.000 US-$, also um rund 90 %. Umgekehrt wird ein Anstieg der Preise stets mit einer Verknappung des Angebots an Rohstoffen in Verbindung gebracht.

Beachten Sie: Die Nachfrage für Capesize-Frachter brach im Juni 2010 sogar um 60 % ein. Das passt zur sinkenden Stahlproduktion in China, wofür Eisenerz benötigt wird. Auch der Preis für den Supertanker VLCC fiel von 73.000 US-$ im Juni 2010 auf unter 30.000 US-$ pro Tag.

Von „Handysize“ bis „Panamax“
Der Index, der an der Londoner Baltic Exchange berechnet wird, bildet die Frachtraten der 26 Standardrouten für das Verschiffen von Trockengütern ab. Darin enthalten sind die Frachtratenpreise für 4 verschiedene Schiffsgrößen (Handysize, Supramax, Panamax und Capesize).

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