Blei: China hat ein Problem

Beim weltgrößten Bleischmelzer kommt es immer wieder zu gravierenden Produktionsstörungen. Im November vergangenen Jahres stürmten aufgebrachte Eltern in der Zentralprovinz Henan eine Bleihütte und steckten sie in Brand.Der Grund: Über 2.000 Kinder und Jugendliche waren in unmittelbarer Umgebung an gefährlichen Bleivergiftungen erkrankt. In anderen Provinzen kam es zu ähnlichen Vorfällen, beispielsweise in Shaanxi und Hubei.

In den zurückliegenden Jahren wurden in vielen armen Regionen umweltverschmutzende Industrien aus dem Boden gestampft, die eine aufgebrachte Bevölkerung jetzt auf die Barrikaden treiben. Inzwischen haben diese Störungen eine Dimension erreicht, die sich vor allem bei Blei in der Rohstoffbilanz niederschlägt. Mit dem Ergebnis: Der größte Bleischmelzer (2007: 1,1 Mio. t) muss das giftige Schwermetall auf dem Weltmarkt dazukaufen.

Chinas Großeinkäufe gingen nicht spurlos am Bleipreis vorüber. Im 2. Halbjahr 2009 konnte er sich nahezu verdoppeln. Begünstigend kam ein schwacher US-Dollar hinzu. Dabei wird es erst einmal bleiben. Besserung ist in diesem Quartal jedenfalls nicht in Sicht.

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