Energie-Markt: Rohöl – Dichtung und Wahrheit

Mit rund 75 $/Barrel deckt sich derzeit der Ölpreis mit den fundamentalen Wirtschaftsdaten.Das aber gefällt nicht allen. Viel zu wenig, sagen sie. Mindestens 100 $/Barrel müssten es sein. Öl war schon immer ein Saft, der die Fantasien der Spekulanten kräftig sprießen ließ. Erdöl sei ein endlicher Rohstoff, argumentieren sie. Die über die Welt verstreuten Förderanlagen wären größtenteils marode, da die Produzenten vom Schlage Hugo Chávez bis hin zu den steinreichen Ölscheichs lieber in ihre Traumpaläste investieren würden als in Technik und Ausrüstungen. Außerdem käme der nächste Wirtschaftsboom ganz bestimmt und mit ihm ein nie gekannter Schrei nach Öl. Schon Anfang 2011 werde dieses Szenario eintreten und Notierungen vom Juli 2008 (147 $/Barrel) werden gang und gäbe sein.

Die Analysten von Goldman Sachs (www.goldman-sachs.de) bspw. halten sogar einen Preis jenseits der 200-$-Linie für möglich. Mit ähnlichen Zahlen jonglierte Goldman Sachs schon einmal im Sommer 2008. Genau 205 $/Barrel sagten die vermeintlichen Rohstoffexperten damals für die Herbstnotierungen voraus. So weit die Dichtung. Und die Wahrheit: Im Winter 2008/09 schlug der Ölpreis bei 40 $/Barrel auf.

Die Frage, wer denn da analysiert hat, ist leicht beantwortet: In Investmentbanken wie Goldman Sachs sitzen bekanntlich Anlagehaie und keine Wissenschaftler. Deren Geschäft ist Dichtung und nicht Wahrheit. Richtig Geld verdienen sie nur, wenn der Markt aufgeheizt ist. Reichen die Temperaturen nicht, wird mit Fantasiezahlen kräftig „Holz nachgelegt“. Bis die Preise ein Level erreicht haben, das die Kassen klingen lässt. Von Goldman Sachs und anderen.

© Copyright - Einkaufsmanager