Stahlmarkt: Preisanstieg auf breiter Front

Nicht erst seit den Preisdiktaten der Erzförderer vom Schlage Rio Tinto ist allen Global Sourcern schmerzlich bewusst geworden, am Markt haben Verkäufer wieder das Sagen. Bei Stahl sind in diesem Jahr durchaus Höchstmarken von 1.000 $/t drin. Obwohl weltweit genügend Kapazitäten vorhanden sind, können viele Werke mangels Rohstoffe häufig nur mit halber Kraft arbeiten. Am chinesischen Spotmarkt sind deshalb die Stahlpreise auch schon auf rund 700 $/t geklettert und in den USA auf über 830 $/t (kalt gewalzte Coils). Ähnlich sieht es bei den Stahlkochern in Indien und den GUS-Republiken (Russland, Ukraine, Weißrussland) aus. Seit Mitte Januar verlangen sie für Baustahl Aufschläge zwischen 70 und 90 $/t. Eisenerz ist und bleibt der Preistreiber Nr. 1. Trotz Produktionsrekorde (239 Mio. t yoy allein bei Rio Tinto) liegt das Preisniveau von rund 155 $/t (62 % Eisengehalt) schon jetzt über den Durchschnittsnotierungen des Rekordjahrs 2008 (150 $/t). Schrott legte am wichtigen belgischen Markt allein in der Vorwoche um rund 15 €/t ex works zu. Kohle wird nach den verheerenden Überschwemmungen in Queensland/Australien (weltgrößter Kohleförderer) nicht nur knapp, sondern auch teuer. Zumindest kurzzeitig könnten am Spotmarkt mehr als 400 $/t verlangt werden. Für Vertragskohle (Hard Cooking Coal) werden rund 310 $/t erwartet. Beachten Sie: Wegen der Flutfolgen sehen sich die meisten australischen Minenkonzerne unter Verweis auf höhere Gewalt von allen Lieferverpflichtungen entbunden!

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