Verhandlung im Einkauf: Festpreise vereinbaren und nach unten hin öffnen

Sämtliche Bezugskosten und Zahlungskonditionen gehören in diesen Tagen auf den Prüfstand. Kalkulationssicherheit für einen bestimmten Zeitraum ist praktisch und sinnvoll. In der Rezession kommt dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses und der festgezurrten Preisbasis eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie dürfen auf keinen Fall zu früh einsteigen, um sich ein bestimmtes Preisniveau zu sichern. Wenn die Vormaterialpreise danach noch mal kräftig fallen, sitzt Ihre Firma auf (zu) hohen Einkaufspreisen.
Die Lösung:
Vereinbaren Sie einfach nach oben „gedeckelte“ Festpreise, die allerdings nach unten hin geöffnet sind. Fallen die Vormaterialpreise des Lieferanten während der Vertragsdauer, sinkt auch der festgelegte Einkaufspreis. Selbstverständlich muss dafür das Prozedere mit Hilfe einer speziellen Preisgleit- oder Öffnungklausel genau festgelegt sein.

Praxis-Tipp: Am besten nutzen Sie eine Teilklausel, die nur dann zum Einsatz kommt, wenn der Preis des Vormaterials beim Lieferanten fällt. Im schriftlichen Vertrag lässt sich das mit einem zusätzlichen Text regeln: „Die unter Vertragspunkt x vereinbarte Preisgleitklausel kommt nur dann zum Einsatz, wenn der Materialpreis fällt. Steigen die Materialkosten des Lieferanten, gilt weiterhin der unter Punkt y vereinbarte Festpreis.“ Mehr zu solchen Teilklauseln lesen Sie in der kommenden Woche.

Keine Spekulation

Preiskontrakte erleichtern immer beiden Seiten die Zusammenarbeit. Verträge sollen ausgewogen sein, die Interessen der Parteien berücksichtigen und die Risiken verteilen. Fallen die Preise während der Gültigkeit eines Festpreises ohne Öffnungs- oder Preisgleitklausel, haben Sie den „schwarzen Peter“ zu 100 %.

In der Rezession können wir einfach nicht punktgenau wissen, wann der Konjunktur- Wendepunkt da ist. Niemand kann das! Solche Phasen der Marktumkehr ziehen sich immer über Monate und nicht selten sogar über Jahre hin. Da den richtigen Zeitpunkt für den Vertragsschluss zu finden, ist reines Glück. Bitte spekulieren Sie nicht mit dem Geld Ihrer Firma.

Beachten Sie
: Mit dieser Vertragsgestaltung beheben Sie ganz nebenbei eine weitere Schwierigkeit: Die Qual der Wahl der optimalen Vertragslaufzeit.

Praxis-Tipp: Schließen Sie maximal 1-jährige Verträge ab. Diese sind sehr praktisch. Einerseits lang genug, um für den Lieferanten interessant zu sein. Andererseits kurz genug, um sich nicht zu lange an einen Zulieferer zu ketten.

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